Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Flo­ri­an Hölzl infor­miert sich bei Hos­piz­ver­ein Lands­hut

Es geht nicht dar­um, dem Leben mehr Tage zu geben, son­dern den Tagen mehr Leben und Qua­li­tät zu geben“, zitier­te der Vor­sit­zen­de des Lands­hu­ter Hos­piz­ver­ein Kuni­bert Her­zing beim Infor­ma­ti­ons­be­such des Pfef­fen­hau­se­ner Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Flo­ri­an Hölzl ein­gangs die gro­ße Pio­nie­rin der moder­nen Hos­piz­be­we­gung, Cice­ly Saun­ders. Dies, so Her­zing, sei das Grund­ver­ständ­nis und die Phi­lo­so­phie des Hos­piz­ver­ei­nes Lands­hut. Hölzl, der der Ein­la­dung des Hos­piz­ver­eins ger­ne gefolgt ist und par­tei­über­grei­fend der ein­zi­ge nie­der­baye­ri­sche Ver­tre­ter im Aus­schuss für Arbeit und Sozia­les, Jugend, Fami­lie und Inte­gra­ti­on im Baye­ri­schen Land­tag ist, zeig­te sich beein­druckt von der Arbeit des Hos­piz­ver­eins: „Ich habe sehr viel Hoch­ach­tung vor Ihrer Arbeit. Auch durch Ihr Mit­wir­ken ist die gesell­schaft­li­che Akzep­tanz für den Hos­piz­ge­dan­ken in der Bevöl­ke­rung in den letz­ten Jah­ren deut­lich gestiegen“,so Hölzl.

„Ich habe sehr viel Hochachtung vor Ihrer Arbeit. Auch durch Ihr Mitwirken ist die gesellschaftliche Akzeptanz für den Hospizgedanken in der Bevölkerung in den letzten Jahren deutlich gestiegen“

Florian Hölzl

Die unter­schied­li­chen ambu­lan­ten und sta­tio­nä­ren Initia­ti­ven in der Stadt und im Land­kreis Lands­hut noch bes­ser zu bün­deln und zu ver­net­zen, sei eines der nächs­ten Zie­le des Ver­eins. Hölzl sicher­te den Ver­tre­tern des Hos­piz­ver­eins sei­ne vol­le Unter­stüt­zung beim Auf­bau eines Netz­wer­kes in der Regi­on zu. 

Seit mitt­ler­wei­le 21 Jah­ren besteht der Hos­piz­ver­ein Lands­hut, dem heu­te mehr als 500 Mit­glie­der ange­hö­ren. Dreh- und Angel­punkt der Arbeit des Hos­piz­ver­eins sei­en nach Aus­sa­gen des zwei­ten Vor­sit­zen­den Richard Bechin­ger die drei haupt­amt­li­chen Koor­di­na­to­ren in der Geschäfts­stel­le in der Thea­ter­stra­ße. Die­se stel­len den Kon­takt zwi­schen Pati­en­ten, Ange­hö­ri­gen und Ehren­amt­li­chen her und sei­en auch dafür ver­ant­wort­lich, ehren­amt­li­che Mit­ar­bei­ter zu gewin­nen und die­se auf ihre ver­ant­wor­tungs­vol­le Tätig­keit vor­zu­be­rei­ten, zu qua­li­fi­zie­ren und zu beglei­ten. Aktu­ell enga­gie­ren sich im Hos­piz­ver­ein Lands­hut 86 ehren­amt­li­che Hos­piz­be­glei­ter, wel­che in Senio­ren­hei­men, auf der Pal­lia­tiv­sta­ti­on in Ach­dorf, im Hos­piz in Vils­bi­burg, auf der Pal­lia­tiv­sta­ti­on War­ten­berg sowie ambu­lant, aber auch in der Trau­er­be­glei­tung enga­giert sind.

„Sterbende gehören zu uns. Die Menschen würde- und liebevoll in schweren Zeiten zu begleiten und Angehörige zu stützen und zu entlasten, aber auch für Hinterbliebene nach dem Tod dazu sein, ist unser Auftrag“

Kunibert Herzing

Der Hos­piz­ver­ein Lands­hut ver­steht Hos­piz­ar­beit als die zuge­wand­te und ach­tungs­vol­le Beglei­tung von Men­schen in der schwie­ri­gen letz­ten Pha­se ihres Lebens. Sie schließt das sozia­le Umfeld der Men­schen mit ein und bie­tet Hil­fe­stel­lun­gen an, um den bevor­ste­hen­den Abschied zu bewäl­ti­gen. Wenn gewünscht, steht der Hos­piz­be­glei­ter der Fami­lie auch über den Tod des Ange­hö­ri­gen hin­aus in ihrer Trau­er bei. Im Jahr 2016 beglei­te­ten die 86 ehren­amt­li­chen Hos­piz­be­glei­ter, wel­che nahe­zu hälf­tig aus der Stadt und dem Land­kreis Lands­hut stam­men und zwi­schen 30 und 80 Jah­ren alt sind, 499 Men­schen.

Aus­bil­dung zum Hos­piz­be­glei­ter

Im gemein­sa­men Gespräch woll­te Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Flo­ri­an Hölzl von den anwe­sen­den Ver­tre­tern des Ver­eins wis­sen, wie denn der kon­kre­te Kon­takt zu den Hos­piz­be­glei­tern zustan­de kommt. „Zum einen erhal­ten die Koor­di­na­to­ren die Anfra­gen in der Geschäfts­stel­le. Dabei rufen Betrof­fe­ne selbst bei uns an oder Ange­hö­ri­ge mel­den sich bei uns“, so Vor­sit­zen­der Her­zing. Oft kämen die Anfra­gen aber auch über bestehen­de Netz­wer­ke. Auf die Fra­ge, wie die Aus­bil­dung der Hos­piz­be­glei­ter aus­sieht, führ­ten die Koor­di­na­to­ren Mar­tha Ran­ners­ber­ger und Johan­nes Elas aus, dass sich die­se an den Richt­li­ni­en des Deut­schen Hos­piz- und Pal­lia­tiv-Ver­ban­des ori­en­tie­re. Die ganz­heit­li­che Aus­bil­dung umfas­se rund 100 Stun­den und tei­le sich in Grund- und Auf­bau­kurs sowie ein Prak­ti­kum in einer Pfle­ge­ein­rich­tung auf. „Im Grund­kurs wer­den die Grund­la­gen der Hos­piz­ar­beit, ein­ge­bun­den in unser Netz­werk vor Ort, ver­mit­telt. Wer sich einen spä­te­ren Ein­satz als Hos­piz­be­glei­ter vor­stel­len kann, setzt sich im anschlie­ßen­den Auf­bau­kurs per­sön­lich und inhalt­lich noch inten­si­ver mit dem The­men­be­reich der Hos­piz­ar­beit aus­ein­an­der“, so Elas. Der nächs­te Grund­kurs für Inter­es­sier­te star­te im Okto­ber die­sen Jah­res. Neben der Aus­bil­dung zum Hos­piz­be­glei­ter bie­te der Hos­piz­ver­ein Lands­hut auch die Aus­bil­dung zum Trau­er­be­glei­ter und die Aus­bil­dung zum Fami­li­en­be­glei­ter an.

„Viele unserer Bewerber zum Hospizbegleiter sind in technischen Berufen aktiv und gehen bewusst den Schritt in den ehrenamtlichen sozialen Bereich. Ebenso haben viele Bewerber selbst die Erfahrung gemacht, wie wichtig es in schweren Zeiten ist, Unterstützung von Hospizbegleitern zu haben“

Sabine Haberberger

Gesetz zur Ver­bes­se­rung der Hos­piz- und Pal­lia­tiv­ver­sor­gung

Die Finan­zie­rung des Hos­piz­ver­eins Lands­hut e.V. ruht auf meh­re­ren Säu­len. Dazu zäh­len die Bei­trä­ge sei­ner Mit­glie­der, Spen­den, Zuwen­dun­gen der Baye­ri­schen Stif­tung Hos­piz sowie eine För­de­rung von den gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen (GKV). Dadurch sind die Fix­kos­ten des Ver­eins für das haupt­amt­li­che Per­so­nal und Mie­te samt Neben­kos­ten für die Geschäfts­stel­le gedeckt. Die Arbeit der Hos­piz­be­glei­ter ist dabei stets ehren­amt­lich.
Mit Inkraft­tre­ten des Geset­zes zur Ver­bes­se­rung der Hos­piz- und Pal­lia­tiv­ver­sor­gung Ende 2015 hat der Deut­sche Bun­des­tag viel­fäl­ti­ge Maß­nah­men zur För­de­rung eines flä­chen­de­cken­den Aus­baus der Hos­piz- und Pal­lia­tiv­ver­sor­gung in allen Tei­len Deutsch­lands auf den Weg gebracht. Seit­dem ist die Pal­lia­tiv­ver­sor­gung aus­drück­li­cher Bestand­teil der Regel­ver­sor­gung in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV). Eben­so wur­de die Pal­lia­tiv­ver­sor­gung im Rah­men der häus­li­chen Kran­ken­pfle­ge gestärkt, die finan­zi­el­le Aus­stat­tung sta­tio­nä­rer Kin­der- und Erwach­se­nen-Hos­pi­ze ver­bes­sert und die Zuschüs­se für ambu­lan­te Hos­piz­diens­te erhöht. Ver­si­cher­te haben heu­te einen Anspruch auf indi­vi­du­el­le Bera­tung und Hil­fe­stel­lung durch die gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen bei der Aus­wahl und Inan­spruch­nah­me von Leis­tun­gen der Pal­lia­tiv- und Hos­piz­ver­sor­gung.