Ehren­zei­chen

Die End­lich­keit des Lebens ist in unse­rer Kul­tur ein Tabu. Kaum jemand setzt sich mit die­ser beson­de­ren Situa­tion aus­ein­an­der. Kon­fron­tiert mit dem Ster­ben eines Ange­hö­ri­gen oder auch der eige­nen schwe­ren Krank­heit, sind die meis­ten Men­schen über­for­dert. In die­sem Moment sind Sie vom Hos­piz­ver­ein Lands­hut da und bie­ten per­sön­li­che Zuwen­dung und Rat.

Sehr geehrte Frau von der Heydte,
bereits im Jahr 1999 haben Sie einen der damals ers­ten Aus­bil­dungs­kurse zur ehren­amt­li­chen Hos­piz­be­glei­tung im Hos­piz­ver­ein Lands­hut absol­viert. Seit­dem sind Sie dort als ehren­amt­li­che Hos­piz- und Trau­er­be­glei­te­rin in ver­schie­de­nen Berei­chen tätig. Sie betreuen dort alle Ein­satz­ge­biete des Ver­eins, sowohl sta­tio­när als auch ambu­lant und beglei­ten betagte Men­schen, Schwerst­kranke, Ster­bende und deren trau­ernde Ange­hö­rige. Im Jahr 2009 initi­ier­ten Sie zusam­men mit der dama­li­gen Vor­sit­zen­den des Hos­piz­ver­eins, Frau Girod, das soge­nannte „Trau­Dich-Cafe“, ein monat­li­ches Ange­bot für Trau­ernde. Ihnen ist es gelun­gen, einen Ort für Hin­ter­blie­bene und Trau­ernde zu schaf­fen, an dem die Betrof­fe­nen Men­schen mit Ver­ständ­nis oder ähn­li­chen Erfah­run­gen zum Zuhö­ren und zum Reden fin­den. Die­ser offene Treff­punkt wurde schnell zu einem wich­ti­gen Anlauf­punkt in Lands­hut für Trau­ernde. Ein­mal im Monat kön­nen Trau­ernde in den Räu­men des Hos­piz­ver­eins zu die­ser offe­nen Gesprächs­runde zusam­men­kom­men. Es gibt keine Vor­anmel­dung und keine Agenda, die The­men geben die Gäste vor. Seit der Grün­dung lei­ten Sie, Trau­er­be­glei­te­rin der ers­ten Stunde, diese Tref­fen selbst.
Auch waren Sie maß­geb­lich daran betei­ligt, die Ange­bote für Trau­ernde im Hos­piz­ver­ein Lands­hut wei­ter aus­zu­bauen. Sie ste­hen eben­falls im Arbeits­kreis „Trauer“ für ver­schie­dene Ange­bote und Gesprä­che als Trau­er­be­glei­te­rin zur Ver­fü­gung. Neben die­ser ehren­amt­li­chen Tätig­keit enga­gier­ten Sie sich neun Jahre als Bei­sit­ze­rin im Vor­stand des Hos­piz­ver­eins und brach­ten auch hier einige Ideen ein und unter­stütz­ten den Ver­ein in der Lei­tung.
Beson­ders am Her­zen liegt Ihnen die Hos­piz­be­glei­ter­aus­bil­dung. Sie refe­rie­ren im Rah­men der Aus­bil­dung zum Thema „Trauer“. Vie­len Aus­zu­bil­den­den sind Sie und Ihr ganz eige­ner und begna­de­ter Stil zu erzäh­len in ange­neh­mer Erin­ne­rung geblie­ben. Selbst nach die­ser lan­gen Zeit Ihres Ein­sat­zes haben Ihr Ein­falls­reich­tum und Ihr Enga­ge­ment nicht nach­ge­las­sen. So wurde mit Ihrer Betei­li­gung im Jahr 2019 der Arbeits­kreis „Spi­ri­tua­li­tät“ gegrün­det, den Sie mit Ihren Ideen und Ange­bo­ten unter­stüt­zen.
Des Wei­te­ren wir­ken Sie seit Dezem­ber 2014 in der Arbeits­gruppe „Migra­tion“ in der Gemeinde Ger­zen mit. Dort über­neh­men Sie haupt­säch­lich Fahr­ten zu Ämtern, Ärz­ten, und Ein­käu­fen. Außer­dem tre­ten Sie bei der Lösung von Kon­flik­ten als Ver­mitt­le­rin auf. Zudem hel­fen Sie bei der Orga­ni­sa­tion ver­schie­de­ner Feste und Ver­an­stal­tun­gen wie zum Bei­spiel dem Zucker­fest und Klei­der­ba­sa­ren tat­kräf­tig mit.

Erwäh­nen möchte ich noch, dass Sie sich eben­falls im Leben der Kir­chen­ge­meinde
aktiv betei­lig­ten: Von 1989 bis 1993 waren Sie Mit­glied des Pfarr­ge­mein­de­ra­tes St. Mar­tin in Lands­hut und von 1993 bis zum Jahr 2001 des Pfarr­ge­mein­de­ra­tes in Loi­zen­kir­chen, Gemeinde Aham.
Sehr geehrte Frau von der Heydte, Ihr Ein­satz und die Leis­tung, die Sie für andere Men­schen, vor allem für Kranke, Ster­bende, und Trau­ernde seit über 20 Jah­ren erbrin­gen, ver­dient höchste Anerkennung. 

Ich freue mich des­halb sehr, dass Herr Minis­ter­prä­si­dent Dr. Mar­kus Söder die Anre­gung von Herrn Kuni­bert Her­zing, dem 1.Vorsitzenden des Hos­piz­ver­eins Lands­hut e.V., auf­ge­grif­fen und Ihnen das Ehren­zei­chen des Baye­ri­schen Minis­ter­prä­si­den­ten für Ver­dienste von im Ehren­amt täti­gen Frauen und Män­nern ver­lie­hen hat. Ich darf nun diese Aus­zeich­nung an Sie über­rei­chen und gra­tu­liere Ihnen auch im Namen des Land­krei­ses Lands­hut dazu ganz herz­lich. (aus der Laudatio)