Ent­las­tung, Seel­sorge und Pro­fes­sio­na­li­tät am Lebensende

Wir haben in Stadt und Land­kreis Lands­hut den Hos­piz­ge­dan­ken schon sehr tief ver­an­kert und die ver­schie­de­nen Akteure vor Ort“, so die stell­ver­tre­tende Frak­ti­ons­vor­sit­zende der Bay­ern­SPD-Land­tags­frak­tion, Ruth Mül­ler, MdL bei ihrem Besuch im Lands­hu­ter Hos­piz­ver­ein. In die neuen Büro­räume in der Har­nisch­gasse hat­ten sich zum „Hos­piz­ge­spräch“ auch die Alten­heim­seel­sor­ge­rin des Deka­nats Lands­hut, Pfar­re­rin Johanna Krie­ger und der Geschäfts­füh­rer des Baye­ri­schen Hos­piz- und Pal­lia­tiv­ver­bands e. V., Timo Grantz ein­ge­fun­den. „Dass unser Ver­ein mitt­ler­weile nahezu 700 Mit­glie­der hat, ist auch eine Bestä­ti­gung für die Arbeit unse­rer 115 Hos­piz­be­glei­ter“, machte der 1. Vor­sit­zende des Hos­piz­ver­eins, Kuni­bert Her­zing, deut­lich. „Wir sehen unsere Auf­gabe auch darin, mit unse­ren ehren­amt­li­chen Hos­piz­be­glei­tern kranke Men­schen und ihre Ange­hö­ri­gen zu beglei­ten und zu ent­las­ten und ihnen Mut und Kraft zu geben für den Weg, den sie gehen müs­sen“, so die Ehren­amts­ko­or­di­na­to­rin Renate Cle­mens. „Sie leis­ten mit Ihrem Dienst am Nächs­ten eine so wert­volle Arbeit auch für die Pfle­ge­kräfte in den Senio­ren­hei­men“, bedankte sich Pfar­re­rin Johanna Krie­ger. Auch wenn es in der Region Lands­hut das Hos­piz in Vils­bi­burg gibt, so ver­sterbe doch die über­wie­gende Anzahl der Men­schen zuhause – und das sei eben in 30 Pro­zent der Fälle das Senio­ren­heim. „In Bay­ern gibt es der­zeit 253 sta­tio­näre Hos­piz­plätze in 23 Ein­rich­tun­gen“, unter­mau­erte Timo Grantz dies auch mit Zah­len. Ergän­zend kämen 140 Hos­piz­dienste mit annä­hernd 35.000 Mit­glie­dern hinzu. 

Auch wenn vie­les in der Hos­piz­be­we­gung schon sehr gut läuft, so gibt es doch einige Auf­ga­ben und Ent­wick­lun­gen, die poli­ti­sche Unter­stüt­zung brau­chen, mach­ten die Exper­ten im Gespräch mit der Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Ruth Mül­ler deut­lich: „Das ZIB-Pro­jekt, an dem der Lands­hu­ter Hos­piz­ver­ein teil­ge­nom­men hat, muss unbe­dingt wei­ter­ge­führt und bay­ern­weit aus­ge­baut wer­den“, wurde Timo Grantz kon­kret. Hin­ter der Abkür­zung „ZIB“ ver­birgt sich die „zeit­in­ten­sive Betreu­ung in der Pflege“, die dafür sorgt, dass durch eine zusätz­li­che Anstel­lung von Pal­lia­tiv­fach­kräf­ten die Ver­sor­gung und Betreu­ung am Lebens­ende ver­bes­sert wer­den kann. „Das Modell­pro­jekt mit der gesi­cher­ten Finan­zie­rung ist bei uns in Lands­hut zum 31. Okto­ber aus­ge­lau­fen“, bedau­erte Kuni­bert Her­zing. Auf­grund der guten Unter­stüt­zung durch Spen­den werde das Pro­jekt nun vom Hos­piz­ver­ein alleine finan­ziert. „Aber unsere Erfah­run­gen sind so gut, dass es unbe­dingt wei­ter­ge­führt wer­den sollte – und zwar in ganz Bay­ern“, bekräf­tigte auch Renate Cle­mens. Und noch eine Haus­auf­gabe für die par­la­men­ta­ri­sche Arbeit im Baye­ri­schen Land­tag nahm Mül­ler aus dem Gespräch mit: Den Aus­bau der der teil­sta­tio­nä­ren Hos­pize in Bay­ern, denn hier gebe es neben Vils­bi­burg bis­her nur noch ein zwei­tes in Bay­ern. Und gerade für Fami­lien könne diese Ein­rich­tung eine große Ent­las­tung im All­tag sein und den Erkrank­ten trotz­dem einen Ver­bleib im eige­nen Heim ermög­li­chen. „Ihre Arbeit im Hos­piz­ver­ein, in der Seel­sorge und im Ver­band trägt dazu bei, Men­schen in der letz­ten Phase ihres Lebens gut zu beglei­ten“, bedankte sich Mül­ler für das Gespräch und ver­sprach, sich auch wei­ter­hin für die Belange der Hos­piz­ar­beit einzusetzen.