Hos­piz­ar­beit wei­ter ver­bes­sern

Wer küm­mert sich eigent­lich um Schwerst­kranke und ster­bende Men­schen? In Lands­hut macht das der Hos­piz­ver­ein Lands­hut. Zusam­men mit dem Gesund­heits­po­li­ti­ker Hel­mut Radl­meier (CSU) erar­bei­te­ten Ver­tre­ter des Ver­eins Ideen, wie man die Hos­piz­ar­beit wei­ter aus­bauen könnte.

Vor­sit­zen­der Kuni­bert Her­zing führte aus, dass nicht jeder ein Hos­piz oder einen Hos­piz­ver­ein benö­ti­gen würde. „Aber die Leute müs­sen wis­sen, was es für Mög­lich­kei­ten gibt. Das ist unsere Auf­gabe“, so Her­zing. Ent­spre­chend hat das Hos­piz- und Pal­lia­tiv­ver­sor­gungs­netz­werk Lands­hut (HPVN LA), dem auch der Lands­hu­ter Hos­piz­ver­ein ange­hört, den „Hos­piz und Pal­lia­tiv­weg­wei­ser für Stadt und Land­kreis Lands­hut“ her­aus­ge­bracht. „Der Weg­wei­ser ist eine gute Hil­fe­stel­lung und mitt­ler­weile zum Glück sehr bekannt. Er hilft vie­len“, wusste Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter Hel­mut Radl­meier zu berich­ten. Als Bericht­erstat­ter der CSU-Land­tags­frak­tion für das Hos­piz- und Pal­lia­tiv­we­sen war es ihm ein Anlie­gen, die Arbeit des Hos­piz­ver­eins Lands­hut zu wür­di­gen: „Ihre Arbeit ist für viele Fami­lien von unschätz­ba­rem Wert“.

Her­aus­for­de­run­gen in Pfle­ge­hei­men

Der Abge­ord­nete war aber auch gekom­men, um mehr über die Her­aus­for­de­run­gen, vor denen die Hos­piz­ar­beit in Lands­hut steht, zu erfah­ren. Ver­eins­ko­or­di­na­tor Johan­nes Elas sprach die aktu­elle Situa­tion an: So wäre die Pal­lia­tiv­ver­sor­gung auf den Pal­lia­tiv­sta­tio­nen und in den Hos­pi­zen sehr gut, in den Pfle­ge­hei­men würde es aber noch Ver­bes­se­rungs­be­darf geben. „Wir wür­den hier gerne noch mehr Pal­lia­tiv­fach­wis­sen in die Ein­rich­tun­gen brin­gen“, so Diplom-Pfle­ge­wirt Elas. Der Ver­ein sen­det Hos­piz­be­glei­ter in die Heime und bie­tet außer­dem Fort­bil­dun­gen für das Per­so­nal an. Man­che wüss­ten von die­sen Ange­bo­ten aber gar nicht. „Hier kann man anset­zen“, ist sich Radl­meier sicher.

Erfolg­rei­ches Pilot­pro­jekt in Mühl­dorf

Einig war man sich aber, dass dem Per­so­nal in Pfle­ge­hei­men oft schlicht­weg die Zeit fehle. Das Modell­pro­jekt „Zeit­in­ten­sive Betreu­ung im Pfle­ge­heim (ZiB)“ in Mühl­dorf zeige hier einen Aus­weg: Finan­ziert durch eine Stif­tung und durch Spen­den stellt dort ein Hos­piz­ver­ein zusätz­li­ches Per­so­nal für Pfle­ge­heime zur Ver­fü­gung, das sich um die wür­de­volle Betreu­ung von Men­schen am Lebens­ende küm­mert. Denn am Lebens­ende braucht es mehr Zeit für Pflege, für Gesprä­che mit Pati­en­ten und Ange­hö­ri­gen und um per­sön­li­che Wün­sche zu erfül­len. Die „ZiB“-Kräfte sind durch eine Wei­ter­bil­dung in Pal­lia­tiv-Pflege dafür ent­spre­chend qua­li­fi­ziert. Her­zing und Elas erläu­ter­ten, dass man es auch gerne in der Region Lands­hut umset­zen würde. „Die Ein­rich­tun­gen sind inter­es­siert. Es fehlt aber am Per­so­nal“, so Her­zing.

Arzt vor Ort

Per­so­nal­man­gel ist auch bei zwei wei­te­ren Wün­schen die ent­schei­dende Hürde: Ideal wäre es, wenn ein auf Alters­me­di­zin spe­zia­li­sier­ter Arzt direkt im Senio­ren­heim arbei­ten würde. Zudem wür­den sich die Ver­tre­ter des Ver­eins wün­schen, dass ein Pal­lia­tiv­be­auf­trag­ter in Pfle­ge­hei­men künf­tig als Stan­dard gesetz­lich vor­ge­schrie­ben wird. Zwei gute Ideen, wie Radl­meier fand.

Radl­meier besich­tigte auch die neuen Ver­eins-Räum­lich­kei­ten in der Har­nisch­gasse. „Es ist mit­ten in der Stadt. Auch das Ster­ben fin­det manch­mal mit­ten im Leben statt. Somit gehört Hos­piz­ar­beit mit­ten ins Leben, mit­ten in die Stadt“, so Ver­eins­vor­sit­zen­der Her­zing. Als Ver­ein sei man immer auf der Suche nach neuen Mit­glie­dern. Ein Hin­weis, den Radl­meier gleich auf­griff: Er unter­schrieb noch vor Ort einen Mit­glieds­an­trag.