Lands­hu­ter Hospizgespräche

Ein nicht allzu popu­lä­res Thema hat der Hos­piz­ver­ein in sei­nen fünf­ten „Lands­hu­ter Hos­piz­ge­sprä­chen“ auf­ge­grif­fen: „Ster­ben mit und an Demenz“. Die Refe­ren­tin Frau Prof. Dr. Diehl-Schmid von der TU Mün­chen schaffte es, einen guten Über­blick über das Thema zu geben. Bereits am Anfang räumte sie mit dem Mythos auf, dass sich Pal­lia­tiv­ver­sor­gung nur auf den Ster­be­pro­zess und auf Men­schen mit einer Krebs­er­kran­kung kon­zen­triere. Auch für Men­schen mit Demenz ab dem mitt­le­ren Sta­dium ist eine Pal­lia­tiv­ver­sor­gung, also eine auf Lebens­qua­li­tät hin aus­ge­rich­tete Ver­sor­gung, gebo­ten.  Aber kann man denn eigent­lich an einer Demenz ster­ben? Diese Frage ist laut Refe­ren­tin ein­deu­tig mit „Ja“ zu beant­wor­ten. Viele Men­schen mit Demenz kön­nen im End­sta­dium der Erkran­kung nicht mehr rich­tig schlu­cken. Dies hat zur Folge, dass Nah­rung und Flüs­sig­keit teil­weise in die Lunge statt in die Spei­se­röhre kom­men, was meis­tens zu einer töd­lich enden­den Lun­gen­ent­zün­dung führt.

In ihrer täg­li­chen Arbeit hat die Psych­ia­te­rin Prof. Dr. Diehl-Schmid gemerkt, dass Men­schen mit Demenz in der Pal­lia­tiv­ver­sor­gung bis­her ver­nach­läs­sigt wur­den. Des­halb hat sie mit ihrem Team eine vom Bun­des­mi­nis­te­rium für Bil­dung und For­schung geför­derte Stu­die durch­ge­führt. Dazu wur­den 200 Men­schen mit Demenz zu Hause und im Pfle­ge­heim unter­sucht und ihre pfle­gen­den Ange­hö­ri­gen befragt. Die Ergeb­nisse waren beru­hi­gend. Die Lebens­qua­li­tät war bis zum Schluss gut bis sehr gut. Auch das Ster­ben war meist wenig leid­voll. Kri­tik übte die Stu­die u. a. an den häu­fi­gen Kran­ken­haus­ein­wei­sun­gen am Lebens­ende (in den letz­ten 3 Lebens­mo­na­ten gab es z. B. bei 38 Pati­en­ten 52 Ein­wei­sun­gen ins Kran­ken­haus). Aber auch, dass Mor­phium zur Sym­ptom­lin­de­rung nur sehr spar­sam ein­ge­setzt wurde. 

Wer mehr über die Stu­die sowie die Pal­lia­tiv­ver­sor­gung von Men­schen mit Demenz erfah­ren möchte, dem sei fol­gen­der Rat­ge­ber empfohlen:

Fort­ge­schrit­tene Demenz und Lebens­ende — Ein Rat­ge­ber für Ange­hö­rige über die Ziele und Mög­lich­kei­ten der Pal­lia­tiv- und Hospizversorgung