Mit­glie­der­ver­samm­lung

Soviel Einig­keit ist sel­ten. Ohne eine Gegen­stimme haben die Mit­glie­der des Hos­piz­ver­eins Lands­hut ihren Vor­stand für wei­tere 3 Jahre bestä­tigt. Damit wur­den 1. Vor­sit­zen­der Kuni­bert Her­zing und sein Stell­ver­tre­ter Richard Bechin­ger dafür belohnt, dass sich der Hos­piz­ver­ein in der Pan­de­mie tap­fer geschla­gen hat. Auch Schatz­meis­ter Johann Buck und Schrift­füh­re­rin Manuela Berg­häu­ser sowie die Bei­sit­zer und Rech­nungs­prü­fer wur­den ein­mü­tig gewählt.

Obwohl sich die 104 ehren­amt­li­chen Hos­piz- und Trau­er­be­glei­te­rIn­nen wäh­rend des Lock­downs ihrer wich­tigs­ten Auf­gabe näm­lich der Betreu­ung von Alten und Kran­ken nicht in vol­lem Umfang wid­men konn­ten, durf­ten immer­hin 336 Men­schen auf ihren Bei­stand zäh­len. „Dafür gebührt ihnen der Dank der Stadt Lands­hut“, sagte Ober­bür­ger­meis­ter Alex­an­der Putz in sei­nem Gruß­wort in der voll­be­setz­ten Turn­halle der Ursu­li­nen Real­schule. Wie es der Mensch­heit gelinge soli­da­risch Kri­sen zu bewäl­ti­gen zeige, dass es an ihr doch „mehr zu bewun­dern gibt als zu ver­ach­ten“, schloss Putz mit einem Zitat aus der „Pest“ von Albert Camus.

Das ver­gan­gene Jahr stand, wie könne es anders sein, ganz unter dem Dik­tat des Virus, sagte Kuni­bert Her­zing in sei­nem Rechen­schafts­be­richt. Trotz beschränk­tem Zugang zu Senio­ren­hei­men, Hos­piz­sta­tio­nen und Kli­ni­ken spen­de­ten die Hel­fer des Hos­piz­ver­eins in über 2400 Stun­den Rat und Trost. Und die Zahl der Mit­glie­der stieg immer­hin um 28 auf 602. Nicht jeder kann und muss Ster­bende auf ihrem Weg beglei­ten, sagte Her­zing, aber jeder könne den Ver­ein mit Spen­den und Bei­trä­gen groß machen, damit er eine „große Stimme“ für seine Anlie­gen habe. 1000 Mit­glie­der seien das Ziel und ein Tageshos­piz sowie die Kurz­zeit­pflege. „Denn je mehr wir sind, umso mehr gilt unser Wort“, so Her­zings Erfahrung.

Mitt­ler­weile haben alle 35 Bür­ger­meis­te­rin­nen und Bür­ger­meis­ter im Land­kreis die Charta zur Betreu­ung von schwerst­kran­ken und ster­ben­den Men­schen unter­schrie­ben. Das ist ein will­kom­me­nes Geschenk zum 25jährigen Bestehen des Hos­piz­ver­eins, der sich mit einer bun­ten Pla­kat­ak­tion bei allen Unter­stüt­zern bedankt. Nach­dem der Fest­akt zum Jubi­läum coro­nabe­dingt aus­fal­len musste, konnte wenigs­tens das Bene­fiz­kon­zert von Mar­tin Frank & Friends statt­fin­den. Es war nach nur zwei Tagen ausverkauft.

Zum Lands­hu­ter Hos­piz­ge­spräch am 22. Okto­ber kommt der renom­mierte Münch­ner Publi­zist Prof. Dr. Heri­bert Prantl in den Rat­hau­sprunk­saal um über  „Recht zum Leben, Recht zum Ster­ben“ zu refe­rie­ren. Es geht dabei haupt­säch­lich um die Kon­se­quen­zen aus dem Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zum assis­tier­ten Suizid.

Im Herbst wird es sogar einen Hos­piz­baum geben. Er wird fei­er­lich zum Jubi­läum im Stadt­park an der Ecke Damm/Savignystraße gepflanzt und soll dort viele Jahre als Sym­bol für Wer­den und Ver­ge­hen wach­sen und gedeihen.