Pro­duk­tive Mit­glie­der­ver­samm­lung mit Abstand

Über­all ist alles anders. Auch im Hos­piz­ver­ein Lands­hut. Eigent­lich fin­det die Mit­glie­der­ver­samm­lung des Hos­piz­ver­eins tra­di­tio­nell im Früh­jahr statt, doch heuer war der Vor­sit­zende Kuni­bert Her­zing froh, dass es über­haupt Anfang August noch spon­tan geklappt hat – dank des groß­zü­gi­gen Ange­bots der Ursu­li­nen-Real­schule, die dem Ver­ein ihre Turn­halle in der Rochus­gasse zur Ver­fü­gung stellte. In dem gro­ßen Raum fan­den alle Besu­che­rIn­nen inklu­sive des Ehren­gas­tes Ober­bür­ger­meis­ter Alex­an­der Putz mit dem gehö­ri­gen Abstand von 1, 5 Meter Platz.

Hart getrof­fen haben die Lock­down-Regeln die ehren­amt­li­chen Hos­piz­be­glei­te­rIn­nen und Koor­di­na­to­rIn­nen des Hos­piz­ver­eins: Denn gerade alte und kranke Men­schen, die sie in Hei­men, im Hos­piz und zu Hause betreuen, wären in die­sen schwie­ri­gen Zei­ten mehr denn je auf Kon­takt und Anspra­che ange­wie­sen gewe­sen – doch Corona-geschul­det war das nicht mög­lich.

Dank eines früh­zei­ti­gen und aus­ge­feil­ten Hygiene-Kon­zepts und des gro­ßen Enga­ge­ments der Koor­di­na­to­rIn­nen konnte jedoch der Bera­tungs­be­trieb im Büro fast durch­gän­gig auf­recht­erhal­ten wer­den – mit den Ehren­amt­li­chen als Novum teils auch via Video­kon­fe­renz. Und es gelang dem Hos­piz­ver­ein schnel­ler als manch ande­rer Orga­ni­sa­tion, zur Nor­ma­li­tät zurück­zu­keh­ren: „Schon ab Mai durf­ten unsere Hos­piz­be­glei­te­rIn­nen wie­der zu ihren Besuchs­diens­ten in die meis­ten Senio­ren­heime“, berich­tet Vor­stand Kuni­bert Her­zing stolz und glück­lich.

Rück­blick im Schnell­durch­lauf

Die jähr­li­che Mit­glie­der­ver­samm­lung ist übli­cher­weise auch ein recht kom­mu­ni­ka­ti­ves Tref­fen. Davon war natür­lich durch das „Corona-For­mat“ wenig zu spü­ren. Dafür gelang eine sehr kom­pakte und fokus­sierte Arbeits­sit­zung, in der die Mit­glie­der einen Über­blick über das lau­fende Jahr erhiel­ten:

Über 6.000 Stun­den wur­den 2019 von den akti­ven Ehren­amt­li­chen geleis­tet. Sie beglei­te­ten rund 500 Men­schen in Hei­men, ambu­lant, in Kran­ken­häu­sern und im Hos­piz, infor­mier­ten in 225 Gesprä­chen Inter­es­sierte zur Pati­en­ten­ver­fü­gung. Der Höhe­punkt des Jah­res war der Hos­piz- und Pal­lia­tiv­tag im Juni 2019, den der Ver­ein als Gast­ge­ber aus­rich­tete und von allen Besu­chern hoch gelobt wurde. Aus­ge­baut wurde die Trau­er­ar­beit mit mehr Ange­bo­ten und auch Betreu­ung, die von den Betrof­fe­nen gut ange­nom­men und sehr posi­tiv bewer­tet wird.

Solch ein Arbeits­pen­sum kann nur ein Ver­ein leis­ten, der auf einer gesun­den Basis steht: Von zwei Rech­nungs­prü­fe­rIn­nen bestä­tigt, konn­ten die Mit­glie­der den Vor­stand auch für das Jahr 2019 wie­der mit gutem Gewis­sen ent­las­ten und sie zeig­ten sich auch mit den Plan­zah­len des Schatz­meis­ters Hans Buck für 2020 voll und ganz ein­ver­stan­den. Rech­nungs­prü­fer Bernd Heinze schei­det mit die­ser letz­ten Prü­fung nach 24 Jah­ren aus sei­nem Amt aus; ihm sei herz­lich für sein lang­jäh­ri­ges Enga­ge­ment gedankt. Mit Annette Homp und Helga Ruh­land wur­den zwei geeig­nete Nach­fol­ge­rIn­nen gewählt.

Weg­wei­sende Pro­jekte im Corona-Jahr

Trotz der Hin­der­nisse durch Corona hat sich im Jahr 2020 bereits eini­ges getan und es wird noch eini­ges pas­sie­ren: Im Hos­piz­ge­spräch am 23. Okto­ber wird Frau Pro­fes­sor Dr. Diehl-Schmid mit dem wich­ti­gen Thema „Ster­ben mit und an Demenz“ zu Gast sein. Auf die Trau­er­grup­pen war­ten einige neue beson­dere For­mate.  Ein wei­te­rer Arbeits­schwer­punkt für das Jahr 2020 ist das Pro­jekt „Zeit­in­ten­sive Betreu­ung“ (ZiB), das heuer durch­star­tet: Der Hos­piz­ver­ein finan­ziert für Senio­ren­heime ein Zeit­kon­tin­gent expli­zit für mensch­li­che Zuwen­dung, die sonst man­gels Zeit oft zu kurz kommt. „Es neh­men vier Lands­hu­ter Heime an dem Pro­jekt teil und die ers­ten Rück­mel­dun­gen sind groß­ar­tig“, berich­tet Her­zing.

Nicht zuletzt ist das Jahr der Vor­be­rei­tung des 25. Jubi­lä­ums des Ver­eins im Jahr 2021 gewid­met, so dass sich Lands­hut wie­der auf viele bemer­kens­werte Pro­jekte und Akti­vi­tä­ten freuen kann.

Als gewich­ti­gen Abschluss der Mit­glie­der­ver­samm­lung hatte sich der Vor­stand ent­schlos­sen, das im Februar ergan­gene Urteil des zum „Assis­tier­ten Sui­zid“ in der Runde mit den Mit­glie­dern zu dis­ku­tie­ren.

Am Ende ohne Schmer­zen zu ster­ben zu kön­nen, das ist der Wunsch wohl von allen Men­schen“ erklärte Her­zing zur Ein­lei­tung der Dis­kus­sion. Ob es dazu der Mög­lich­keit eines assis­tier­ten Sui­zids oder einer wei­te­ren Ver­stär­kung der hos­piz­lich- pal­lia­ti­ven Ange­bote bedarf, wolle der Hos­piz­ver­ein gerne von sei­nen Mit­glie­dern erfah­ren. Um die­ses Thema in brei­te­rer Öffent­lich­keit zu dis­ku­tie­ren kün­digte Her­zing bereits zusätz­li­che Ver­an­stal­tun­gen im Herbst die­ses Jah­res an.