Ein Son­nen­gruß ist eine per­fekt aufeinan­der abges­timmte Abfolge von 12 „Asanas“ (Stel­lun­gen), die fließend miteinan­der ver­bun­den wer­den. Eine wohltuende, wen­ngle­ich auch anstren­gende Übung um Kör­p­er, Geist und Seele zu aktivieren.

Um wieviel anstren­gen­der muss es sein, gle­ich 108 Son­nen­grüße in Folge zu machen? Zur Win­ter­son­nen­wende organ­isierte Judith Wag­n­er in ihrem Yogas­tu­dio im Schloss Wörth an der Isar eine solche Aktion, spendete die dabei einge­gan­genen Teil­nehmerge­bühren an den Hos­pizvere­in Land­shut und run­dete die Summe noch großzügig auf. Hol­ger Salfeld, selb­st ehre­namtlich­er Hos­pizbe­gleit­er und begeis­tert­er Yogi stellte den Kon­takt zum Hos­pizvere­in her und war von der Spenden­bere­itschaft aller Teil­nehmer eben­so über­rascht wie Judith Wag­n­er, die Yogalehrerin. Lu Beitler, 9jährige Tochter der Yogalehrerin bastelte zu der Ver­anstal­tung gle­ich noch eine Spenden­dose, was ver­mut­lich auch zur Großzügigkeit beitrug. Wie es der Zufall will, war der Hos­pizvere­in Land­shut gle­ichzeit­ig an ihrer Schule, um dort die Hos­pizarbeit kindgerecht vorzustellen und auf Fra­gen der Kinder zu den The­men Ster­ben und Tod einzuge­hen.

Auch Yoga und Hos­pizarbeit haben viel miteinan­der gemein­sam, wie Kunib­ert Herz­ing, Vor­sitzen­der im Hos­pizvere­in bei der Spendenüber­gabe erfuhr. Die Philoso­phie im Yoga sagt, man gebe sein Bestes, gebe sich dem hin was ist und nehme das an, was ist. Der Idee, die hin­ter dem Hos­pizgedanken steckt, also ganz ähn­lich, wie Herz­ing im Gespräch zusam­men mit Judith Wag­n­er und Hol­ger Salfeld fest­stellte.

Nach­dem es schon eine Verbindung zu dem Pro­jekt „Hos­piz und Schule“ gab, wurde vere­in­bart, die Spenden­summe in Höhe von € 500,- auch dafür zu ver­wen­den. So kon­nten zusät­zlich Ehre­namtliche dafür aus­ge­bildet und Mate­ri­alien dazu angeschafft wer­den.

Warum nun aus­gerech­net 108 Son­nen­grüße? Die Zahl 108 gilt im Yoga, sowie in ver­schiede­nen Tra­di­tio­nen auf der ganzen Welt, als heilig. Sie repräsen­tiert die Gesamtheit der Exis­tenz. Auch das wieder dur­chaus ein Bezug zur Hos­pizarbeit.