Was Pflegekräfte und Bewohner von Pflegeheimen schmerzlich vermissen, ist Zeit. Zeit abseits der Hektik des Pflegealltags, Zeit zum Zuhören, Zeit für ein Gespräch, Zeit für palliative Betreuung. Mit dem Personalschlüssel in stationären Pflegeeinrichtungen lässt sich dieser Bedarf nicht abdecken. Diesem Mangel wollte die Paula Kubitscheck-Vogel-Stiftung aus München entgegenwirken und startete 2018 zusammen mit dem Hospizverein Mühldorf das Modellprojekt „Zeitintensive Betreuung im Pflegeheim“, kurz ZiB, das mit dem Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin ausgezeichnet wurde. Seit 2020 ist der Hospizverein Landshut bei ZiB mit dabei. ZiB schenkt den Pflegeheimen ein Zeitkontingent, indem es zusätzliche Zeit von extern finanziert – in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Hospizvereinen.
"ZiB stößt bei den Pflegekräften auf große Begeisterung. Sie empfinden die ZiB-Stunden nicht als zusätzliche Aufgaben, sondern als Bereicherung im hektischen Pflegealltag. Es macht den Pflegekräften viel Freude, sich die Zeit nehmen zu ‚dürfen‘. Die Bewohner genießen die Zuwendung mit sehr viel Dankbarkeit, Angehörige nehmen ZiB als Geschenk wahr."
Die Hospizvereine werden von der Stiftung als Projektträger gefördert. Diese suchen sich jeweils lokale Pflegeheime als Projektpartner.
In Landshut sind dies aktuell das Matthäusstift der Diakonie, das St.-Jodok-Stift, das St.-Rita-Heim der Caritas und das AWO Seniorenheim. Ein bis zwei Mitarbeiter des Heimes sind dabei auf geringfügiger Basis beim Hospizverein angestellt und mit einem zusätzlichen Stundenkontingent (zehn bis 20 Stunden im Monat) für die Heime ausgestattet. Diese „geschützte Zeit“ sollen sie ausdrücklich für palliative Betreuung nutzen, für persönliche Gespräche in Lebenskrisen mit Bewohnern oder Angehörigen, für eine wohltuende Pflegeeinheit, eine Notfallplanung mit dem Hausarzt oder die Besprechung einer Patientenverfügung. Dazu können die Zeitkontingente von ZiB auch genutzt werden, um innerhalb des Heims palliatives Wissen weiterzugeben. Neben einer grundlegenden Verbesserung der Lebensqualität hilft ZiB aber auch dabei, unnötige Krankenhauseinweisungen zu vermeiden. Voraussetzung für die „ZiB-Kräfte“ ist eine Qualifikation in palliativer Pflege. Die Rolle des Hospizvereins besteht darin, als Arbeitgeber die Kräfte zu koordinieren, Heime und Einsatzkräfte zu vernetzen und die ZiB-Kräfte zu betreuen und zu begleiten. Die dafür nötigen Personalkosten des Hospizvereins wurden im ersten Projektzeitraum aus den Fördermitteln der Kubitschek-Vogel-Stiftung bestritten. Seit 2022 stemmt der Verein die Kosten durch eigene Spendengelder!
“Ich bin sehr beeindruckt von der unermüdlichen Motivation und einer Berufsfreude, mit der die ZiB-Kräfte agieren“, sagt Kollross. “Es profitieren alle, v. a. aber die BewohnerInnen“. Bereits die wenigen Stunden erreichen so viel.“
Übergeordnetes Ziel des Gesamtprojekts ist letztendlich, die palliativ-hospizliche Haltung und deren Umsetzung langfristig als Standard in den Einrichtungen auszubauen.
Was es dazu braucht?
Gesetzliche Verpflichtung für Palliative Care Weiterbildung und Freistellung für diese Tätigkeit
Bis dahin unterstützen wir aus Überzeugung, mit Herz und Spenden!
“Das ZiB gefällt mir, weil es mir auch selber gut tut.”
“Das ZiB gefällt mir, weil es schön zu sehen ist, wie sich die älteren Menschen freuen wenn man ihnen Zeit und Zuwendung schenkt und dadurch auch etwas an Sicherheit vermitteln kann.”
“Das ZiB gefällt mir, weil ich weiß, dass ich mehr Zeit investieren darf und auf den Bewohner individuell (auch besondere Wünsche) eingehen kann.”
„Das ZiB gefällt mir, weil es beinhaltet, warum ich überhaupt meinen Beruf gewählt habe.”